Art Angelo - Cavures
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                        Aus Fels gehauen

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                        Eine Mischung aus gewachsenem und skulptiertem Fels, mühsam dem Untergrund abgetrotzt , nach einer Idee gestaltet mit Bögen, Säulen, Fenstern und einem Kreuzgang. Es ist recht feucht in den Gängen und an den Basen der Wände bilden sich grünliche Beläge, die muffig riechen. Dennoch rieche ich den Weihrauch der vergangenen festlichen Gottesdienste und meine, den Chorgesang der Gläubigen zu hören.



                        Unterirdischer Abbau


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                        Von draußen wird der Eingangsbereich des Stollens noch beleuchtet. Je weiter ich in die Gänge vordringe umso ungenauer ist meine Umgebung zu erkennen. Dennoch ist es erstaunlich, wie lange unsere Augen noch etwas unterscheiden können, bevor man künstliche Beleuchtung benötigt. An den Wänden sehe ich die Spuren von Hammer und Meißel in den alten Teilen. Für die neueren Stollen wurden große Sägen eingesetzt. Ich muss darauf achten, mich nicht in den ineinander verschlungenen Gängen zu verirren.



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                        Ermitage


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                        Ein Ort des Rückzugs für eine fromme Seele, die den Versuchungen der Welt zu entfliehen suchte. Hier findet keine Ablenkung statt, die Geräusche sind reduziert, man ist auf sich selbst angewiesen. Für eine kurze Zeit kann ich diese Umgebung genießen. Ansonsten ziehe ich es vor, mit Gleichgesinnten in Höhlen und Höhlenwohnungen unterwegs zu sein. In riskanten Situationen kann ich immer auf Unterstützung hoffen.






                        Hélice terrestre


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                        Völlig verrückt-aber genial. Eine Höhle mit eigenen Händen aus der Ebene in die Tiefe gegraben über viele, viele Jahre. Jegliches Architekturgesetz ist hinter dem Eingang aufgehoben. Man kommt sich vor wie auf einer Berg- und Talbahn. Mal geht es steil nach unten in einzelnen Schwüngen, dann steinerne Strudel und Mäander, Rutschen, Bögen, Löcher, Windungen.Man verliert die Orientierung und das Gleichgewicht. Die Beleuchtung in diesem Labyrinth ist sehr diffus und kommt mal aus dem Boden, der Seite oder auch Decke. Dieser Irrgarten wartet immer wieder mit unerwarteten Überraschungen auf.
                        Ich fühle mich wie im Innern eines Schneckenhauses.



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                        Carrière des Sarcophages


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                        Sehr frisch ist es in den Hallen und Gängen. Teilweise ist die Decke eingebrochen. Wurzeln wachsen durch die Öffnungen. Überall sind Steinquadern zu erkennen in den verschiedenen Stadien der Herstellung. Römische Handwerker haben bei ihrer Arbeit viel Lärm gemacht. Nun sind nur noch Meißelspuren zu sehen und es ist still. Wo mögen all die Gräber sein, die mit diesen Steinsärgen bestückt wurden? Die Konfrontation mit dem Tod macht nachdenklich.



                        Höhlenkirche


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                        Vor Jahrhunderten mühevoll in den weichen Fels gekratzt und gegraben, mit viel Geduld und der Frömmigkeit als Antrieb. Die Dimensionen sind erstaunlich anspruchsvoll, die Verzierungen schlicht.
                        Im Laufe der Zeit sind die Stufen abgetreten, Kanten durch Berührungen abgerundet. Hier wird durch die Gegebenheiten auf natürliches Licht verzichtet. Dadurch sind bei künstlicher Beleuchtung viele Ecken und Nischen in geheimnisvolles Dunkel getaucht. Die Wände sind in ihrer Oberflächenstruktur sandig und feucht. Geräusche werden verschluckt. Die grünlichen Farben wirken wie edle Patina, die Atemluft wabert. Hier ist ein Refugium, in welches man sich zur Meditation zurückziehen kann. Die Außenwelt ist weit entfernt.




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                        Aus dem Lot geraten


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                        Dieser mittelalterliche Wandelgang führt zu dem im Hintergrund gelegenen dunklen Portal.
                        Ist dort ein Eingang oder ein Ausgang? Was befindet sich dahinter?
                        Bei der Betrachtung wird man in diesen Wandelgang hineingezogen und muss einen Fuß vor den anderen setzen. Die Schritte hallen auf dem Steinboden.
                        Von links dringt warmes Licht in den Gang und erhellt Wände und Decke.
                        Die einzelnen steinernen Bögen wirken wie Rippen, die das Gefüge bilden, sehr filigran, fast wie Nervenstränge.
                        Vielleicht hört man aus einer Richtung leisen Chorgesang.






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